Flora und Fauna am Pic du Jer

Mit fast hundert Pflanzenarten und zahlreichen Wildtieren, die in diesen Berghängen beheimatet sind, ist der Pic du Jer ein Naturschatz ersten Ranges.

Campanule remarquable des Pyrénées

Bei einem Spaziergang auf dem botanischen Lehrpfad können Sie die Düfte aromatischer Kräuter wie Thymian, Quendel oder Oregano genießen.

Freude bereitet von Frühling bis Herbst auch die breite Farbskala etwa an Gelbtönen von Sonnenröschen, Ginster und Johanniskräutern oder an Blaulilatönen von Glockenblume, Natternkopf und Leberblümchen.

Der Lebensraum am Pic du Jer bietet Säugetieren wie Rehen, Hirschen, Wildschweinen, Füchsen und vielen anderen geeignete ökologische Nischen.

Bei Ihren Besichtigungen oder bei der unterirdischen Höhlenerkundung haben Sie auch Gelegenheit, Fledermäuse zu beobachten, sei es in der sommerlichen Übergangszeit oder beim Überwintern. Dabei handelt es sich vor allem um die Hufeisennase, die in den Höhlen am weitesten verbreitete Art.

Auch viele Raubvögel sind zu beobachten, wie Gänsegeier, Schwarzer und Roter Milan, Turm- und Wanderfalke, Adler … Einige davon sind Brutvögel, andere nutzen die Fallwinde an den Steilhängen.

Nicht zu vergessen die kleinen Spatzen, die man oben sieht und deren Tschirpen Ihren Spaziergang begleiten wird.

Zwei Tierarten stehen sinnbildlich für den Pic du Jer: das korsische Wildschaf und der ägyptische Schmutzgeier (in den französischen Pyrenäen gibt es davon nur rund fünfzig Paare).

 

Das korsische Wildschaf

Mouflons de Corse au Pic du Jer

Seit 1999 fanden am Pic du Jer Ansiedlungsmaßnahmen statt. Diese Tiere stammen aus dem Naturschutzgebiet Pibeste. Die Population wird auf rund zwanzig Tiere geschätzt.

Für das Bergmassiv ist die Mufflonart eine weitere Bereicherung des Wildtierbestands.

Sie lebt sich gut in das mediterrane Kalksteinmilieu ein, dem sie entstammt. Das robuste Tier ernährt sich von allem, was wächst, und verschmäht im Gegensatz zu anderen Pflanzenfressern auch scharfschmeckende Arten nicht. Es passt seine Ernährung den Umständen an, lebt in bester Eintracht mit Rehen und Hirschen und leistet so wertvolle Dienste als Buschmäher und Vorbeuger von Bränden.

Halten Sie die Augen offen, denn bei der Fahrt mit der Seilbahn können Sie die Tiere jederzeit entdecken. Tatsächlich sieht man sie häufig unterhalb im Geröllfeld auf Höhe der Gleisgabelung, an der die beiden Seilbahnkabinen aneinander vorbeifahren.

 

Der ägyptische Schmutzgeier

Percnoptère au Pic du Jer

Der ägyptische Schmutzgeier ist ein geheimnisvoller Vogel und eines der Sinnbilder für die natürliche Bergweidenwelt der Pyrenäen.

Man erkennt ihn am weißen Gefieder, den schwarzen Schwungfedern, dem rautenförmigen Schwanz und dem leuchtendgelben vorderen Kopfbereich. Der ägyptische Geier ist ein Felsenbrüter.

Gleich nach seiner Ankunft im März lässt er sich nieder, paart sich und zieht ein Junges auf, das im September zusammen mit den Eltern in das subsaharische Afrika aufbricht. Der Aasfressser ernährt sich gelegentlich auch von Wirbellosen oder von Abfällen. Er ist, wie der Gänsegeier auch, einbezogen in Maßnahmen des nationalen Aktionsplans.

Auch am Pic du Jer wurden in Zusammenarbeit mit dem französischen Vogelschutzbund (Ligue de Protection des Oiseaux, LPO) Maßnahmen zum Schutz seines Nistbereichs ergriffen (Wegsperrung).

 

In den Sommermonaten jeweils dienstags Treffen mit Hélène, die Sie in alle Geheimnisse der Flora und Fauna einführt.

HABEN SIE’S GEWUSST?

Das korsische Wildschaf ist die kleinste Mufflonart. Bei einer Widerristhöhe von 75 bis 80 Zentimetern wiegt der erwachsene Widder 40 bis 60 Kilogramm.

Der ägyptische Schmutzgeier hat eine Flügelspannweite von 1,60 Meter!