
Couv, Chemin Bernadette 2025
Am 21. Februar 1858 wurde Bernadette beim Verlassen der Vesper in der Kirche Saint-Pierre angehalten. Sie wurde zum Haus Cénac gebracht, dem Wohnsitz des Kommissars Jacomet, der sie befragen wollte.
Angesichts der Begeisterung, die Bernadette in der Grotte beim Volk auslöste, wollten die Behörden diese Angelegenheit schnell beenden, da das damit verbundene Interesse die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdete.
Im Laufe von acht Verhören und trotz Androhung von Haftstrafen hielt Bernadette stets an derselben Version ihrer Schilderung fest. Sie behauptete, eine „ganz in Weiß gekleidete Frau mit einem blauen Gürtel und einer gelben Rose an jedem Fuß“ gesehen zu haben.
Die Angelegenheit nahm daraufhin in einer Zeit, die von der industriellen Revolution, dem wissenschaftlichen Fortschritt und dem Aufkommen des Antiklerikalismus geprägt war, eine politische Dimension an.
Schließlich gewinnt Bernadette den Kampf um die öffentliche Meinung dank der Unterstützung der frommen Kaiserin Eugénie. Napoleon III. telegrafierte daraufhin an den Präfekten von Tarbes, „Bernadette nicht länger zu schikanieren“, doch sie blieb bis zu ihrem Eintritt ins Kloster Saint-Gildard in Nevers im Jahr 1866 weiterhin Gegenstand großer öffentlicher Neugier.
